Girls Club goes job

Carrillonian Girls Club des Stadtjugendring Weinheim e.V. traf sich zu aktuellem Thema Berufsbilder junger Frauen

Mit  kurzem Jahresrückblick und vielen Dank an den Kinderschutzbund für finanzielle Unterstützung!

Die Idee zu der Veranstaltung kam von den Teilnehmerinnen des Girls Club im Carrillonian selbst:

Wir wollen mehr und konkretere Infos über Berufe, die uns interessant und erreichbar erscheinen. Auch mal jemand zwanglos fragen können, wo die Nachteile des Jobs sind, was nervt denn, wie viel „Kohle“ gibt’s, wie sind die Arbeitszeiten?

Natürlich bieten Schulen mit Kooperationspartnern wie Job Central auch Infoveranstaltungen an, die Jugendlichen helfen, z.B. schon für Praktika Entscheidungen zu treffen.  

Die Girls Club-Macherinnen Sigi Groß und Meike Gomaa vom Stadtjugendring Weinheim e.V. wollten den Mädchen dennoch  den Austausch in entspannter, heimeliger Atmosphäre, bei Keksen und Tee und vor allem durch Peers ermöglichen, die die gleichen Schulen besucht, ähnliche Abschlüsse gemacht haben und  Interessen mitbringen,  also einer vergleichbaren Lebenswelt entstammen.

Am Freitag, den 22.11. war es dann soweit, fünf „Ehemalige“ (zwischen 19 und 23 Jahre) kamen und stellten sich den Fragen  von 6 Girls Club Besucherinnen. Eine junge Frau betonte, dass sie erst in ihrer zweiten Ausbildung glücklich ist, sie riet den Mädchen eindringlich dazu, einen Arbeitsplatz zu suchen, der einem wirklich liegt und zu dem man jeden Tag gerne hingeht, sich über Herausforderungen freut und sich gefördert und unterstützt fühlt. Sie hat diese berufliche Heimat als angehende Drogistin in einem großen DrogerieMarkt gefunden.

Die Ausbildung zur Kauffrau im Groß- und Außenhandel wiederum ist genau das Richtige für eine andere Referentin: „Ich habe jetzt schon total viel Verantwortung, meine Ideen und Vorschläge werden ernst genommen, ich werde sogar bald selbst junge Menschen ausbilden.“

Ebenso verantwortungsvoll ist die Arbeit als medizinische Fachangestellte bei einem Weinheimer Arzt. Schon nach relativ kurzer Zeit müssen sich die Auszubildenden an die PatientInnen trauen, um Blut abzunehmen oder Wundversorgung zu machen.

Gerade die Arbeit mit jungen Menschen ist natürlich ebenso mit großer Verantwortung verbunden und setzt viel Empathie und Einfühlungsvermögen voraus. Umso erstaunter reagierten die Mädchen, als klar wurde, dass angehende Erzieherinnen in  Krippen und KiTas vorerst noch gar kein Geld verdienen, die ersten Jahre verläuft die Ausbildung meist schulisch mit wenigen Praxistagen die Woche, erst im Anerkennungsjahr wird ihre Arbeit dann finanziell honoriert.

Natürlich wurde auch verglichen, wie viele männliche Kollegen in der Ausbildung sind.

Das wenig erstaunliche Ergebnis: Nach wie vor entscheiden sich Mädchen und Frauen häufig für pflegerische und pädagogische Ausbildungen, auch im Drogeriemarkt überwiegen klar die Frauen, während unsere Vertreterin  des Groß- und Außenhandels quasi allein unter Männern ist.

Dass diese Verteilung natürlich mit gesellschaftlicher und finanzieller Anerkennung der Berufe zu tun hat, war Konsens.

Als Fazit ist festzuhalten: Findet einen Job, den Ihr wirklich mögt, mit dem ihr Euch identifizieren könnt und der Euch Spaß macht!

Beste Methode heraus zu finden, was das sein könnte? Viele und vor allem gut vorbereitete Praktika machen und sich gerne wieder mal bei „älteren“ Frauen informieren!

Und sich nicht entmutigen lassen:

 „Ich muss gestehen, dass ich in der Schule zwei Klassen wiederholen musste und wirklich schwach war, aber jetzt, wo ich etwas gefunden habe, was mich interessiert, fällt mir das Lernen gar nicht mehr schwer, ich bin richtig motiviert!“so eine Besucherin.

 Übrigens sprechen alle fünf Frauen mindestens drei, eine sogar fünf Sprachen fließend, sie beschreiben die Mehrsprachigkeit einhellig als riesigen Vorteil in allen Ausbildungen.

Meike Gomaa und Sigi Groß werten den Nachmittag als ein rundum gelungenes Beispiel dafür, wie sich Mädchen und Frauen solidarisch unterstützen und stärken können, um selbstbewusst und selbstbestimmt ins Leben starten. Das bleibt bestimmt keine einmalige Veranstaltung.

Weitere Highlights im Girls Club- Jahr waren im April der Bau einer großen, bunten Holzbank mit einer Schreinerin zusammen, wo es vor allem um das Ausprobieren handwerklicher Fähigkeiten ging. Im Juni machten sich die Mädchen in einem Selbstbehauptungskurs zusammen mit einer Boxtrainerin stark und beschäftigten sich damit, was Frau tun kann, wenn jemand sie belästigt oder angreift.

Weitere Girls Club Termine vor den Weihnachtsferien finden am Freitag, den 06.12.-07.12. mit einer Übernachtung  und am 20.12. zum Jahresabschluss mit einem Ausflug zum Schlittschuhlaufen zur Kunsteisbahn Heddesheim statt!

An dieser Stelle gilt dem Kinderschutzbund Weinheim ein großes Dankeschön für eine Spende über 400 Euro, die einige der Aktivitäten des Girls Club des Stadtjugendrings finanziell erst ermöglicht hat.

Infos zum Girls Club und allen anderen Angeboten der Offenen Jugendarbeit im Carrillonian Teen Club des SJR Weinheim gibt’s vor Ort im Adam-Karrillon-Haus, Mo-Do, 16-20 Uhr oder auf der Homepage unter www.stadtjugendring-weinheim.de!