Neues aus dem KiJuBei

Der Kinder- und Jugendbeirat (KiJuBei) „befasst sich mit allen Angelegenheiten der Jugendhilfe, insbesondere mit der Erörterung aktueller Problemlagen junger Menschen und ihrer Familien sowie mit Anregungen und Vorschläge für die Weiterentwicklung der Jugendhilfe, der Förderung von Einrichtungen und Maßnahmen für Kinder und Jugendliche auf dem Gebiet der Stadt Weinheim.“ http://www.weinheim.de/,Lde/Startseite/Buergerservice/Kinder-+und+Jugendbeirat.html

Beim letzten KiJuBei in diesem Jahr, waren auch zwei Projekte des Stadtjugendrings Thema. Es ging um die Jugendbeteiligung und das Projekt im Rahmen der KVJS-förderung und um das alkoholpräventive Projekt Starthilfe mit der „Feierwehr“.

Hier die Bericht dazu:

Das Feuerrote Saftmobil

Weinheimer Stadtjugendring und Suchtberatung stellten das „Feiermobil“ jetzt auch im Kinder- und Jugendbeirat vor

 

Weinheim.  Der Rote ging am besten weg. Der Kirschsaft verlieh dem Cocktail eine angenehme Süße – auch „Grüne“ und „Schwarze“ griffen zu an der besonderen Saftbar des Stadtjugendring Weinheim. Das „Feiermobil“ stand in dieser Woche vor dem Eingang zum Großen Rathaus-Sitzungssaal und zeigte sich von seiner besten Seite. Drinnen im Ratssaal, wo der Kinder- und Jugendbeirat tagte, berichteten Stadtjugendring-Geschäftsführer Martin Wetzel und Heinz Schröder, der Vorsitzende der Weinheimer Suchtberatung, von dem Alkohol-Präventions-Projekt, das mit dem „Feiermobil“ verbunden ist.

„Sie glauben nicht“, berichtete Heinz Schröder, „wie viele Jugendliche mit massiven Suchtproblemen zu uns kommen“. Die Suchtstoffe, so der Vorsitzende der Weinheimer Suchtberatung, seien unterschiedlich, aber eines verbinde alle Problemfälle: „Angefangen haben sie alle mit Alkohol.“ Deshalb seien Prävention und Aufklärung für Jugendliche enorm wichtig. Das Projekt heißt deshalb auch „Starthilfe.“ Die Mitglieder des Kinder- und Jugendbeirates verteilten großes Lob an das Projekt und gratulierten zur Kreativität bei der Umsetzung der Präventionsidee.

Das eingesetzte Feuerwehrauto, ein Oldtimer aus den 60er-Jahren, ist ein „Feuerrotes Saftmobil“ und eine rollende Botschaft, die da lautet: Kein Mensch braucht Alkohol, um gut gelaunt zu sein. Einsatzorte des ausgedienten aber fahrtüchtigen Feuerwehrautos waren im ersten halben Jahr  zum Beispiel Schulhöfe, Jugend-, Vereins- und Straßenfeste. Dort tuckert das auffällige Gefährt vor und  verwandelt sich in nullkommanix in eine mobile Bar, inclusive Kühlschrank, Ausschanktheke, gemütlicher Sitzsäcke, Stehtischen, Sonnenschirmen, mobilem Handwaschbecken und allem, was dazugehört. Ausgeschenkt wird allerdings anti-alkoholisch. Und es wird, jugend- und zielgruppenentsprechend aufgeklärt und informiert zum Thema Alkoholprävention.

Mit der „Feierwehr“ hatte der Stadtjugendring sogar schon in Stuttgart im Rahmen einer Fachtagung für großes Aufsehen gesorgt. Landes-Sozialminister Manne Lucha (Grüne) stattete dem Gefährt und seinem Team persönlich einen Besuch ab. Er zeigte sich von der Idee und dem Fahrzeug begeistert. Den allerersten Cocktail ließ sich dann der Minister auch schmecken und befand das rote Getränk  für gut – auch wenn ihm einer mit Grünfärbung lieber gewesen wäre, wie er scherzte.

Damit Jugendliche was zu melden haben

Stadtjugendring stellte Projekt „Attraktives Weinheim“ vor – Viel Lob im Kinder- und Jugendbeirat – Anleitungen für die Mediennutzung

 

Weinheim. Wie Kinder und Jugendliche ermutigt werden, sich in das Gemeinwohl einzubringen und Verantwortung zu zeigen, sich einzumischen und sich zu beteiligen – das ist eine der Fragen, von der die Zukunft der Demokratie abhängt. Der Stadtjugendring in Weinheim geht dabei weit voran und hat seit dem vergangenen Jahr durch die Aufnahme in ein landesweites Förderprogramm  auch weitere finanzielle Mittel zur Verfügung: 75 000 Euro vom Land, wenn weitere 50 000 Euro selbst finanziert werden; das alles für drei Jahre.

Das Projekt ist gut angelaufen – und vorzeigbar, es gab „Hearings“ und Probewahlen bei der letzten Bundestagswahl, Beteiligungen an kommunalpolitischen Entscheidungen und immer wieder moderne Beteiligungsformate in neuen Medien.

Einen ersten Zwischenbericht lieferten Stadtjugendring-Geschäftsführer Martin Wetzel und Medienexperte Sven Holland jetzt im Kinder- und Jugendbeirat ab; Sven Holland ist im Rahmen des Projektes beauftragt, die Kinder und Jugendlichen in den Möglichkeiten des Internets zu schulen – und damit auch Missbrauch zu verhindern. Dafür wurde auch eine Internetseite www.jugendmedien-weinheim.de mit einer korrespondierenden Facebookseite und anderen Social Media-Kanälen eingerichtet.

Für den Ansatz und die Umsetzung bekamen Wetzel und Holland viel Lob von der Kommunalpolitik. Es sei sehr wichtig, die Jugend früh aber vor allem kompetent mit den Möglichkeiten und Tücken der neuen Medien zu konfrontieren – und einen sinnvollen Umgang damit zu schonen. Nur so könnten neue Medien als Instrumente der Beteiligung sinnvoll eingesetzt werden.

Auf der Internetseite des Kommunalverbandes Jugend und Soziales (KVJS) wird das Weinheimer Modell so beschrieben: „Es wird eine gelingende und nachhaltige Form der Partizipation erprobt, dazu werden ganz unterschiedliche Formate mit den Kindern und Jugendlichen entwickelt und zu einem Gesamtbild zusammengesetzt. Durch den Methodenmix soll gezielt eine sehr breite Beteiligung junger Menschen erreicht werden.“

Partizipation, also Beteiligung von Kindern und Jugendlichen an Entwicklungen und Entscheidungen in Verwaltung, Politik und Stadtgesellschaft, das ist der zentrale Begriff, den auch Geschäftsführer Martin Wetzel immer wieder verwendet. Wichtig ist ihm dabei der Proporz zwischen den Milieus der jungen Menschen, deren Herkunft und deren Verteilung im Stadtgebiet. Mädchen und Jungen sollen gezielt angesprochen werden, ein Weststädter genauso wie ein Oberflockenbacher.

Vorstellbar sind Fotowettbewerbe, die bei der Analyse des lokalen Sozialraumes helfen, junge Geflüchtete werden ebenfalls in gezielten Aktionen einbezogen. Konkrete Projekte können auch eine Weinheimer Bolzplatz-Liga, eher für die männliche Zielgruppe oder ein „Mädchenstadtplan“  oder ein thematisches Ferienprogramm für alle sein. Das Modell hat auch einen Namen, er lautet: A(ttra)ktives Weinheim – Mein (Durch)Blick, Mein (Frei)Raum, Mein (Wein)Heim –  ein attraktives Weinheim aktiv gestalten – Dank Kinder und Jugendlichen.