Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung

 

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Marlene Mortler, hat am 18. August den Drogen- und Suchtbericht 2017 vorgestellt. Der jährlich erscheinende Bericht gibt eine umfassende Übersicht über die Aktivitäten der Bundesregierung im Drogen- und Suchtbereich.
Die Drogenbeauftragte Marlene Mortler: »Der Drogen-und Suchtbericht 2017 macht deutlich, wie viel in dieser Legislaturperiode in der Drogen- und Suchtpolitik erreicht werden konnte. Ich denke dabei an das »Cannabis als Medizin-Gesetz«, das Verbot neuer psychoaktiver Stoffe, die Schockbilder auf Zigarettenverpackungen und die Novellierung des Substitutionsrechts. Ich kenne in Europa auch kein anderes Land, das so entschlossen auf die Herausforderung Crystal Meth reagiert hat wie Deutschland.« Klar sei aber, dass die Arbeit nicht weniger werde. Globale Trends stellten auch Deutschland vor neue Herausforderungen. Das beginne bei digitalen Angeboten, die zu einem Abrutschen in virtuelle Welten führen könnten und reiche bis zur zunehmenden Zahl synthetischer Drogen auf dem Markt, die von vielen mit immer größerer Sorglosigkeit parallel konsumiert würden.

Der diesjährige Bericht widmet dem Jahresschwerpunkt der Drogenbeauftragten »Kinder aus suchtbelasteten Familien« ein Sonderkapitel. Mortler: »Suchtpolitik darf nicht bei den Suchtkranken selbst enden. Wir müssen uns viel mehr als bisher um die Kinder suchtkranker Menschen kümmern. Wenn wir die betroffenen Kinder nicht unterstützen, entwickelt ein Drittel von ihnen selbst eine Suchterkrankung und ein weiteres Drittel eine andere psychische Störung. Um Kindern Suchtkranker zu helfen, müssen alle ihre Hausaufgaben machen: Bund, Länder und Kommunen. Wir brauchen funktionierende Netzwerke und klare Ansprechpartner in den Städten und Gemeinden – und das nicht nur punktuell, sondern flächendeckend. Wir müssen die Länder gewinnen, den Aufbau dieser Strukturen finanziell zu unterstützen. Und der Bund muss die Frage beantworten, wie die Sozialsysteme zum Wohle dieser Kinder noch besser zusammenwirken können.«

Weitere Informationen: www.drogenbeauftragte.de

Siehe auch das aktuelle Dossier der Bundesarbeitsgemeinschaft Kinder- und Jugendschutz »Kinder suchtkranker Eltern« unter http://www.bag-jugendschutz.de/PDF/Dossier-Kinder-Suchtkranker-Eltern-web_2017.pdf

 

Quelle: Pressemeldung der Drogenbeauftragten der Bundesregierung, Berlin, 18. August 2017